| SYNOPSEN | ||
| HELSINGÖRER GESPRÄCHE, Reminiszenzen 5 Männer, 2 Stimmen - Bühnenbild variabel |
download | |
Was passiert wenn Nebenfiguren zu
Hauptfiguren werden? Das Problem dieser Chargen ist oft, daß man sich
hinterher kaum mehr an sie erinnern kann, weil die Kraft der Hauptrollen
sie verdrängte. Können die sogenannten Kleinen Figuren Eigenleben entwickeln,
um zu Trägern von Handlung zu werden? Während Hamlet, Claudius, Gertrud, Polonius, Ophelia, Leartes buchstäblich v e r s p i e l t haben, stehen andere noch im 'Leben'. Die Nebenfiguren sind die Überlebenden, die mit dem Geschick weiter zu ringen haben - mit dem Wechsel der dänischen Königskrone, mit Postenverlust und Arbeitslosigkeit. Das Zerreißen der menschlichen Bande über das Unglück der Mächtigen hinaus führt zu Irritationen untereinander, als Ausdruck von Vorsichtswaltung. Die Form der Gesellschaft Helsingörs war und ist der Klüngel einer temporären Nutznießerklasse, die nur durch das gemeinsame Interesse geeint war, sich Pfründe zu erhalten und gegenseitig zu sichern. Der Hof war die mit ausgeklügelten Repressionstechniken aufrechterhaltene Fassade, hinter der Einfluß und Nutznießung nach Maßgabe der königlichen Machtwaltung geregelt wurden. Der “faule Staat Dänemark" und die “entfugte Zeit” sind bildhafte Umschreibungen des Abfalls von den Grundwerten. Höflinge, Beamte, Diener werden durch den Tod von König Claudius in den Zustand innerer Hilflosigkeit versetzt. Im Nu steht die Gesellschaft ohne Verhaltensbindung da. Sie zeigt Merkmale psychischer Destabilisierung und Orientierungssuche. Jeder versucht jeden an der Nase herumzuführen, mit seiner Daseinstechnik. Ein Spiel in der Fortsetzung der Konstellationen von DAS DRAMA. |
||