SYNOPSEN
THERMIDOR, Commedia dell'arte
12 Männer, 4 Frauen, 2 Puppen - Bühnenbild variabel
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Bisher folgte auf jede linksgerichtete Revolution, früher oder später, der Kapitalismus, welcher sich letztlich immer als 'effektiver' erwies.
Im Thermidor des Jahres 1794 endete ein Jahrhundert, kippte das Großereignis. Der Rubikon war erreicht und wurde überschritten. Die bürgerliche Klasse trennte sich, mußte sich von ihrem Anführer Robespierre und seinen wenigen Getreuen trennen, die die härtesten Garanten der Umwälzung im Veitstanz der Verhältnisse waren. Keine idealistische Idee, die nur noch Blutbäder erzwang, sollte mehr die Wirklichkeit totalitär unterwerfen.

Die letzten Vorkämpfer für Gleichheit und Freiheit stoßen auf das dumpfe neue Gegebene, das sich nicht umformen lassen will – ein Bürgertum. Das am Rande Entstandene hat ein Geflecht partikulärer Interessen ausgebildet, welches dem nicht endenden Ausufern der Revolution, ihrem Terror, diametral entgegengesetzt ist. Die letzten Protagonisten stehen an der Schwelle des Umbruchs im ungleichen Zweikampf: Robespierre und Fouché. Die Große Französische Revolution wird das Einfallstor des Kapitalismus. Revolutionäre Ideologie kontra Wirklichkeit: das Politische und das Gesellschaftliche bersten auseinander. Den ausgehöhlten Rollen des öffentlichen Handelns entgegen entwickeln sich die Tiefen des privatistischen Bewußtseins. Dieses, als Bedürfnis wie als ökonomische Notwendigkeit, sucht Ruhe und braucht Ordnung, aber keine Hoffnungsversprechen aus Überrationalismus heraus. Die lachenden Konterrevolutionäre, die kommenden Neumächtigen und Neureichen, nehmen die zukünftige Ungleichheit fest in den Blick.

 
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